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Cannabis hat keine negativen Auswirkungen aufs Training, lässt eine neue Studie vermuten

Filme und Fernsehen haben uns gelehrt, dass nach dem Konsum von Cannabis der Gang ins Fitnessstudio wahrscheinlich das Letzte ist, woran man denkt. Jüngste Forschungen legen jedoch nahe, dass das Gegenteil der Fall sein könnte. Sie deuten auf einen positiven Zusammenhang zwischen Cannabis und Sport hin und erhöhen möglicherweise sogar die Motivation (1).

Diese Studien wurden in US-Bundesstaaten durchgeführt, in denen Cannabis legal ist, und hier in Deutschland ist diese Art von „Pre-Workout“ natürlich keine Option. Es gab jedoch auch interessante Studien über die Auswirkungen von CBD auf das Training – was haben diese Studien also tatsächlich gefunden?

Cannabis hat keine negativen Auswirkungen aufs Training, lässt eine neue Studie vermuten


 

Die Studie

Im Jahr 2019 untersuchten Forscher 600 Cannabiskonsumenten in amerikanischen Bundesstaaten, in denen die Droge legalisiert wurde, und befragten sie, ob sie den Cannabiskonsum vor und/oder nach dem Training befürworten (1).

Was gefunden wurde, war das genaue Gegenteil zum Stereotyp des faulen Rauchers. Die Studie ergab, dass über 80% der Cannabiskonsumenten das Rauchen vor und/oder nach dem Training befürworteten (1).

Die Forscher kontrollierten alle demografischen Unterschiede bei den Teilnehmern, wie Alter und Geschlecht, und „der Konsum von Cannabis beim Training war immer noch mit durchschnittlich 43 Minuten mehr wöchentlicher aerober Bewegung verbunden“ (1).

Darüber hinaus wurde auch festgestellt, dass 40% der Befragten, die den Konsum von Cannabis zusammen mit einem Training befürworten, „die Empfehlungen des American College of Sports Medicine von mindestens 150 Minuten aerobem Training pro Woche erfüllten oder übertrafen„, verglichen mit weniger als 30% der Cannabiskonsumenten, die dies nicht befürworten (1).

Die Forscher fanden auch heraus, dass die Befragten, die den Konsum von Cannabis vor und/oder nach dem Training befürworteten, angaben, dass dies „die Freude am und die Erholung vom Training steigert, und etwa die Hälfte berichtete, dass es ihre Motivation zum Training erhöht “ (1).

 

Aber Moment, es geht noch weiter…

Die Studie von 2019 führte zu weiteren Forschungen, so das beispielsweise in diesem Jahr eine neue Untersuchung erschien, welche die Schlussfolgerungen, die bereits 2019 gefunden wurden, zu konsolidieren scheint.

Diese Studie aus dem Jahr 2021 zielte darauf ab, mehr über die Beziehung zwischen Cannabis und Bewegung in US-Bundesstaaten zu erfahren, in denen die Droge legalisiert wurde, in der Hoffnung, die Diskussionen über die Legalisierung zu informieren.

Die Studie nutzte Daten aus der vierten und fünften Welle der National Longitudinal Study of Adolescent to Adult Health – eine Studie, die seit 1994 der gleichen repräsentativen Gruppe Fragebögen zum Gesundheitsverhalten verabreicht), um ihre Ergebnisse zu ermitteln (3).

Die Ergebnisse zeigten, dass der Cannabiskonsum in keinem signifikanten Zusammenhang mit dem Sport steht und „die einzigen signifikanten Schätzungen deuten auf einen positiven Zusammenhang hin, sogar bei stärkeren Konsumenten während der letzten 30 Tage“ (2).

Es wurden also keine negativen Auswirkungen gefunden und jede Beziehung, die angedeutet wurde, war eine positive.

 

Was bedeutet das jetzt?

In den USA sind diese Studien nützlich, um Debatten zu informieren, während die Legalisierung weitergeht.

Hier in Deutschland ist Cannabis natürlich illegal – aber Cannabidiol, oder CBD, ist es nicht. CBD ist ein Wirkstoff der Cannabispflanze, der aber keine psychoaktiven Eigenschaften hat, da er kein THC enthält (4). Es gibt einige Studien, die sich mit der Beziehung zwischen CBD und körperlicher Betätigung befassen und eine positive Beziehung zwischen den beiden feststellen konnten.

Eine Studie aus dem Jahr 2020 fand heraus, dass „CBD eine Reihe von physiologischen, biochemischen und psychologischen Effekten ausübt, die das Potenzial haben, Sportlern zu nutzen “ (4). Insbesondere die entzündungshemmenden Eigenschaften könnten für die Erholung eines Sportlers nach dem Training von großem Nutzen sein (4).

Allerdings betonen die Forscher, dass die Schlussfolgerungen dieser Studie vorläufig sind und noch viel mehr Forschung in diesem Bereich betrieben werden muss.

 

Take Home Message

Da Cannabis in mehr Staaten legalisiert wird, ist es wahrscheinlich, dass wir viele weitere Erkenntnisse und Studien über seine Auswirkungen auf Gesundheit und Bewegung erhalten werden. Obwohl in diesem Bereich noch viel mehr Forschung betrieben werden muss, gibt es definitiv einige interessante Entwicklungen, die im Widerspruch zu dem stehen, was wir einst dachten, was Cannabis mit unserem Körper macht.

Hier in Deutschland ist Cannabis nicht legal, aber CBD könnte einige Vorteile haben, besonders für die Genesung, aber auch in diesem Bereich ist noch mehr Forschung nötig und wahrscheinlich auf dem Weg.

Und natürlich gibt es immer noch unser treues Pre-Workout, auf das wir zurückgreifen können…

 

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  1. “The New Runner’s High? Examining Relationships Between Cannabis Use and Exercise Behavior in States With Legalized Cannabis”, University of Colorado Boulder, 2019, https://doi.org/10.3389/fpubh.2019.00099
  2. “The relationships between marijuana use and exercise among young and middle-aged adults”, Michael T. French, Karoline Mortensen, Manuel Alcalá Kovalski, Preventive Medicine, Volume 147, 2021, ISSN 0091-7435, https://doi.org/10.1016/j.ypmed.2021.106518.
  3. National Longitudinal Study of Adolescent to Adult Health (Add Health), 1994-2008 [Public Use]. Carolina Population Center, University of North Carolina-Chapel Hill [distributor], Inter-university Consortium for Political and Social Research [distributor], 2018-08-06. https://doi.org/10.3886/ICPSR21600.v21
  4. Cannabidiol and Sports Performance: a Narrative Review of Relevant Evidence and Recommendations for Future Research. McCartney, D., Benson, M. J., Desbrow, B., Irwin, C., Suraev, A., & McGregor, I. S. (2020).  Sports medicine – open6(1), 27. https://doi.org/10.1186/s40798-020-00251-0


Monica Green

Monica Green

Autor und Experte

Ursprünglich aus dem Süden Londons stammend, schloss Monica an der Universität Leeds mit einem Abschluss in Philosophie ab. Nachdem sie während ihres Studiums die Liebe zum Fitnessstudio entdeckt hatte, wurde Monica vom Krafttraining angezogen, welches ihr in ihrer stressigen Studienzeit sehr geholfen hat. Nachdem sie für eine beliebte Studenten-Website geschrieben hatte, entwickelte Monica ihre Fähigkeiten als Autorin weiter und schrieb regelmäßig Trend-Artikel. Sie ist begeistert, ihre Liebe zum Schreiben mit ihrer Leidenschaft für das Fitnessstudio verbinden zu können. Monica liebt es in ihrer Freizeit zu kochen, Restaurants mit Freunden auszuprobieren und neue Wanderwege zu erkunden.


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