Ernährung

Spare Geld, indem du Lebensmittelabfälle begrenzt | Ein Ernährungsberater verrät dir, wie es geht

Die Menge an Lebensmitteln, die wir wegwerfen, ist deutlich zu hoch. Obwohl die Zahl während den Lockdowns zurückging, stieg der Lebensmittelabfall pro Haushalt danach wieder auf dasselbe Niveau von 2018.

In einer aktuellen Studie von WRAP, einer britischen Wohltätigkeitsorganisation, wurde untersucht, wie viel Essen britische Haushalte wegwerfen. Die Teilnehmer der Umfrage sagten, dass sie nun weniger Zeit hätten, ihre Lebensmittel zu managen als noch während des Lockdowns.

Auch wenn private Haushalte nicht die einzige Quelle für Lebensmittelverschwendung sind – Fabriken, Supermärkte und die Dienstleistungsbranche spielen ebenfalls eine Rolle – so machen sie doch den größten Teil aus. In Großbritannien verursachen sie 70% des gesamten Lebensmittelabfalls, was sich in etwa ~16,66 Mrd. € im Jahr umrechnen lässt.

Das ist eine wirklich große Summe an Geld, die da einfach den Bach runter geht – ganz abgesehen von der unnötigen Umweltbelastung (etwa 25 Millionen Tonnen an Treibhausgasen) und den ethischen Aspekten.

Die Preise für Lebensmittel steigen überall. Wenn du also ein wenig besser planst und im Blick behältst, wie viel du wirklich brauchst, kannst du nicht nur Geld sparen, sondern auch Verschwendung vermeiden. Wenn du weißt, wie die Angaben auf Lebensmitteln zu lesen sind, was du am besten kaufst und dir dem Problem ganz einfach bewusst bist, tust du schon sehr viel, um die Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Umwelt und deinen Kontostand zu verringern.

Wir haben ein paar Tipps für dich parat, wie du Geld sparen kannst und gleichzeitig weniger Lebensmittel verschwendest:

Spare Geld, indem du Lebensmittelabfälle begrenzt | Ein Ernährungsberater verrät dir, wie es geht


 

Mindesthaltbarkeitsdatum Vs. Verbrauchsdatum

Du möchtest jemanden ordentlich verwirren? Dann frag ihn oder sie doch einfach nach dem Unterschied zwischen dem Mindesthaltbarkeitsdatum und dem Verbrauchsdatum. Verbraucher sind oft der Meinung, dass diese beiden Begriffe synonym verwendet werden – was jedoch nicht stimmt.

Beim Mindesthaltbarkeitsdatum geht es lediglich um die Qualität der Lebensmittel und es gibt an, bis zu welchem Datum das Produkt seinen Geschmack und seine Konsistenz behält. Bis zu diesem Datum ist das Produkt qualitativ am besten, meistens kann man es aber auch noch danach bedenkenlos verzehren.

Das Verbrauchsdatum ist etwas anderes. Dieses Datum wird häufige auf frische und leicht verderbliche Waren wie Fleisch, Fisch oder Milchprodukte gedruckt. Es ist die geschätzte Angabe der Hersteller oder Supermärkte, bis zu welchem Tag die Nahrungsmittel noch gut sind. Danach sind sie vermutlich nicht mehr genießbar.

Das Problem mit dem Verbrauchsdatum ist, dass die Lebensmittel, die es betrifft, von heute auf morgen reif für den Mülleimer wären – wenn man sich stur nach dem Verbrauchsdatum richtet. Aber so funktioniert das Verderben von Lebensmitteln dann doch nicht. Die Art des Lebensmittels, wie es gelagert wurde und wie es schmeckt bzw. riecht sind bessere Indikatoren dafür, ob es noch genießbar ist oder nicht.

Im Zweifelsfall solltest du an den Lebensmitteln riechen und deren Aussehen gut unter die Lupe nehmen. Möglicherweise musst du sie gar nicht wegwerfen und kannst sie noch verwenden.

 

Welche Lebensmittel halten am längsten?

Nicht jedes Lebensmittel ist gleich lange haltbar. Um so wenig wie möglich wegwerfen zu müssen, können wir unsere Sinne einsetzen (und selbstverständlich unseren gesunden Menschenverstand), um herauszufinden, ob Nahrungsmittel noch genießbar sind oder nicht.

Obst und Gemüse werden früher oder später verfaulen – Luft, Feuchtigkeit, Licht und Temperaturen tragen dazu bei. Verdorbenes Obst und Gemüse ist relativ leicht zu erkennen, da braune Stellen oder Schimmel entstehen.

Brot und andere Backwaren werden in der Regel trocken und altbacken. Aber nur weil die Waren altbacken sind, heißt das nicht, dass sie schädlich sind. Wird Brot oder ähnliches unter feuchten Bedingungen gelagert, kann dieses Schimmel. Sobald es anfängt zu schimmeln, sollte es nicht mehr gegessen werden (anders als bei anderen Schimmelarten, die auf Käse oder Salami entstehen).

Fleisch und Fisch werden in erster Linie von oberflächlichen Bakterien zersetzt. Wenn sich deren Farbe und Geruch verändert hat, sind dies deutliche Anzeichen dafür, dass sie nicht mehr genießbar sind.

Milchprodukte sind in dem Sinne anders, da in ihnen oftmals sogar Bakterien enthalten sind, die deren Haltbarkeit fördern (auch wenn es im Laufe der Zeit zu Veränderungen in Geschmack und Konsistenz kommen kann).

Das hängt jedoch von dem jeweiligen Milchprodukt ab. Käse ist lange haltbar, wenn er richtig im Kühlschrank gelagert wird. Milch hingegen hat eine deutlich kürzere Haltbarkeit. Sobald Milch klumpig wird oder streng riecht, sollte sie nicht mehr getrunken werden.

Es gibt aber auch zahlreiche Lebensmittel, die sehr lange haltbar sind. Dies geht entweder auf deren ganz natürliche Eigenschaften oder die Art und Weise zurück, wie sie hergestellt/verarbeitet wurden.

Lebensmittel wie diese können monatelang gelagert werden, ohne, dass sich deren Qualität ändert (insofern die Lagerung korrekt ist):

  • Haferflocken
  • Konserven (Suppen, Dosenfisch, Bohnen, Linsen, Obst, Gemüse usw.)
  • Gewürzmischungen
  • Reis und anderes Getreide
  • Getrocknete Nudeln
  • Honig
  • Öle
  • Salz, Pfeffer und andere Gewürze
  • Proteinpulver und Proteinriegel

Und das ist nur ein Auszug, es gibt noch viele mehr.

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Tipps, wie man weniger Lebensmittel verschwendet

Ein guter Weg, um so wenig Lebensmittel wie möglich wegzuwerfen, ist es, lange haltbare Produkte zu kaufen. Aber wir haben noch ein paar mehr Tipps parat:

  1. Plane deine MahlzeitenKaufe nur das, was du wirklich brauchst und vermeide Impulskäufe. Wenn du Dinge einkaufst, ohne zu wissen, was du damit anstellst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie im Kühlschrank vergessen werden und verkommen.
  2. Nutze deinen Gefrierschrank:Gefrorenes Obst und Gemüse enthalten noch den Großteil ihrer Nährstoffe und sind länger haltbar als die frische Variante. Auch Fleisch und Fisch können problemlos eingefroren werden, wenn du die Waren aus irgendeinem Grund nicht sofort essen kannst (insofern sie nicht schon einmal aufgetaut wurden).
  3. Iss mehr Reste: Man muss nicht immer alles frisch zubereitet essen. Manche Gerichte schmecken sogar besser, wenn man die Reste am nächsten Tag isst. Also anstatt die übrig gebliebenen Spaghetti oder das Chili in den Müll zu werfen, könntest du es dir einfach für das Mittagessen am nächsten Tag aufheben. Oder du wirst ein wenig kreativ und integrierst deine Reste in neue Mahlzeiten.
  4. Kompost: Und selbst dann, wenn etwas nicht mehr genießbar ist, heißt das nicht gleich, dass du es in die Tonne werfen musst. Lebensmittelabfälle können teilweise auch wunderbar kompostiert werden.
  5. Spende überschüssige Lebensmittel:Anstatt die Lebensmittel wegzuwerfen, von denen du weißt, dass du sie nicht verwenden wirst, kannst du sie auch einfach spenden. Frisches Gemüse, Fleisch, Fisch und Milchprodukte werden vielleicht nicht akzeptiert, aber Nahrungsmittel in Dosen oder Gläsern sind immer willkommen. So kannst du denen helfen, die weniger haben und tust gleichzeitig noch etwas gegen Lebensmittelverschwendung.
  6. Informiere dich und andere:Je mehr wir über das Problem wissen, je mehr können wir tun, um dagegen vorzugehen. Sprich mit deinen Freunden und deiner Familie über Lebensmittelverschwendung und teile dein Wissen mit ihnen. Wenn eine ganze Familie bewusst dagegen vorgeht, bringt das deutlich mehr, als wenn es nur eine Person im Haus tut.

 

Take Home Message

Lebensmittelverschwendung so gut es geht einzudämmen ist wichtig und das nicht nur aus rein finanzieller Sicht. Es hilft gleichzeitig unserer Umwelt und kann gegen Lebensmittelarmut vorgehen.

Es reicht schon, wenn du den Unterschied zwischen dem Mindesthaltbarkeitsdatum und dem Verbrauchsdatum kennst, ein wenig gesunden Menschenverstand einbringst und deine Einkäufe im Voraus planst. All das trägt schon sehr viel dazu bei, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren – und du sparst gleichzeitig noch gutes Geld.

Unsere Tipps helfen dir dabei, weniger Lebensmittel wegwerfen zu müssen. Außerdem ist es immer sinnvoll, dein Wissen mit anderen zu teilen. So werden wir alle etwas bewusster und können unser Verhalten rundum Lebensmittel verändern. Dies kann sogar zu einer neuen Welt in Sachen Umweltschutz und Ernährungsbildung führen.

 

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Unsere Artikel sollen informieren und lehren. Die dargebotenen Informationen sollten nicht als medizinische Ratschläge interpretiert werden. Kontaktiere bitte einen Arzt, bevor du mit der Ergänzung von Nahrungsergänzungsmitteln beginnst oder größere Veränderungen an deiner Ernährung durchführst.



Jamie Wright

Jamie Wright

Autor und Experte

Jamie Wright verfügt über einen Master-Abschluss in Humanernährung und einen Bachelor-Abschluss (Hons) in Sport- und Bewegungswissenschaften. Er arbeitet aktuell mit mehreren Organisationen zusammen und betreibt seine eigene Privatpraxis, um Einzelpersonen bei ihren Ernährungszielen zu unterstützen. Er ist bei der Association for Nutrition akkreditiert und half bereits Hunderten von Klienten – von Müttern bis hin zu internationalen Wettkampfsportlern – innerhalb eines evidenzbasierten, ganzheitlichen Ernährungsprogramms zu arbeiten, um ihre Gesundheits- und Fitnessziele zu erreichen. Neben der Leitung seiner Praxis leistet Jamie regelmäßig Beiträge zum Thema Ernährung, indem er über die vielen Facetten des Themas referiert und schreibt. Seine Forschungsergebnisse wurden auf dem britischen Adipositas-Kongress sowie auf Konferenzen in Übersee vorgestellt. Er hat mehrere E-Books verfasst und gleichzeitig Beiträge für andere (einschließlich gemeinnütziger Sportorganisationen) geleistet. Im Mittelpunkt seiner Forschung standen Gewichtsmanagement sowie Sport/Übungsleistung und Nahrungsergänzung. Jamie ist ein großer Sportfanatiker, ein begeisterter Fitnessstudiobesucher und Liebhaber aller Dinge, die mit Hunden zu tun haben. Mit der Weitergabe seiner akademisch und beruflich erworbenen Erfahrungen und Kenntnisse möchte Jamie eine Quelle der Klarheit über die enorme Menge an „Fehlinformationen“ schaffen, die in der Gesundheits- und Fitnessindustrie existieren.


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